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Michael Schütze,
10.02.2016

Wir trauern um Inge Deecke

Als Inge 1984 in die SPD eintrat und ihr Parteibuch im damaligen Lohbrügger SPD-Büro im Einkaufszentrum Binnenfeldredder entgegennahm, war noch nicht abzusehen, welche Spuren sie im Bezirk hinterlassen sollte. Ihr Interesse galt der Gesundheits- und Sozialpolitik, aber auch und besonders den Interessen der Frauen. So baute sie die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) auf Kreisebene auf und war von 1991 bis 2001 deren Vorsitzende. 1998 rückte sie zudem in den Vorstand der SPD Lohbrügge-Ost auf. Dort lernte ich sie als junger Genosse kennen. Und seitdem begleitete sie meinen Parteiweg, blieb sie doch bis 2015 Mitglied im Vorstand der SPD Lohbrügge. Dort war sie zunächst für Frauenfragen zuständig, später dann vor allem für die Senioren. Und immer, wenn es um gesellige Angelegenheiten ging wie z. B. bei unserem traditionellen Sommerfest oder unserer Weihnachtsfeier, hatte sie den Hut auf. Bei unserem Primelfest im Leuschnerheim achtete sie stets darauf, dass auch jeder Bewohner und jede Bewohnerin eine Primel bekam, auch die, die nicht im Saal sein konnten. Denn Inge kümmerte sich um alle und insbesondere um die, die ihrer Hilfe bedurften.Aktiv, wie sie war, fand sie natürlich auch den Weg in die Bezirksversammlung, der sie von 1993 bis 2001 angehörte. Dort leitete sie – was denn sonst? – den kurzlebigen Frauenausschuss. Nach ihrer Abgeordnetenzeit blieb sie noch bis 2011 im Gesundheits- und Sozialausschuss aktiv. Zu ihren großen Erfolgen zählte die Gründung des Frauen-Nacht-Autos.Doch Inge engagierte sich nicht nur politisch, sondern auch sozial. So gründete sie 1986 das Projekt „Vertrauen im Alter“, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst für ältere Menschen, um diese vor der Vereinsamung zu schützen. Unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bergedorf leitete sie das Projekt bis 2012. Die AWO war dann auch ihr zweites großes Betätigungsfeld. Dort übernahm sie nur kurz nach ihrem Beitritt 1991 den Vorsitz des Seniorenclubs in Lohbrügge, den sie erst 2011 abgab. Auch hier war ihr die Geselligkeit besonders wichtig. Ob es das regelmäßige Kaffeetrinken mit Kuchen und Klönen war, die monatlichen Tagesausflüge oder die Reisen zwei Mal im Jahr, immer war sie bemüht, den Menschen eine schöne Zeit zu bereiten. Das war auch ihr Motto für die Leitung des AWO-Seniorentreffs im Lichtwarkhaus, die sie von 2003 bis 2013 innehatte. Dabei hatte sie immer ein offenes Ohr, denn: „Den Menschen zuzuhören, das ist wichtig!“ Natürlich gehörte sie auch bis zuletzt dem AWO-Kreisvorstand an.Die Interessen der älteren Menschen im Bezirk vertrat sie von 2005 bis 2013 zudem in der Seniorendelegiertenversammlung des Bezirks und war überdies zeitweise Mitglied im Seniorenbeirat. Für ihr vielfältiges Engagement erhielt sie 2005 den Bergedorfer Bürgerpreis und 2008 die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes.Als ihre Kräfte schwanden, gab sie allmählich ihre vielen Ämter auf, blieb aber präsent, wenn ihre Gesundheit es zuließ. Wir haben eine engagierte Sozialdemokratin und einen großartigen Menschen verloren. Sie wird uns fehlen!