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Ties Rabe,
23.07.2017

Bergedorfs SPD beschließt Eckpunkte Oberbillwerder

Deshalb wollen wir eine vernünftige Bebauungsdichte mit 5.000 bis 6.000 Wohnungen, eine ausgewogene Mischung der Wohnformen mit 30 Prozent sozialem Wohnungsbau, 30 Prozent frei vermieteten Wohnungen und 40 Prozent Wohneigentum – darunter mindestens die Hälfte in Reihenhäusern, Einfamilienhäusern oder ähnlichen Wohnformen - sowie eine abwechslungsreiche Architektur mit attraktiven, maximal fünf- bis sechgeschossigen Geschosswohnungen und kleinteiligeren Baustrukturen wie Townhouses, Reihenhäusern, Stadthäusern und Einfamilienhäusern.

Über die Zahl der Wohnungen wurde länger diskutiert. Hatten doch Planer 7.000 bis 8.000 Wohnungen vorgeschlagen. Beispiele für so dicht bebaute Stadtteile gibt es in Wien und Holland. Allerdings sind Stadtteile in Bergedorf und Hamburg bislang wesentlich großzügiger bebaut. Neuallermöhe Ost hat beispielsweise auf der gleichen Fläche wie Oberbillwerder nur 3.850 Wohnungen. Selbst Großsiedlungen der 70er Jahre wie Mümmelmannsberg, Steilshoop oder Osdorfer Born haben auf der Fläche von Oberbillwerder kaum mehr als 4.000 Wohnungen. Verglichen damit sind die von der SPD angestrebten 5.000 bis 6.000 Wohnungen durchaus ambitioniert und ein vernünftiger Kompromiss zwischen dem Anspruch, viele Wohnungen zu bauen und dem Ziel, einen sozial stabilen Stadtteil zu bauen, der in seinen Dimensionen zu Bergedorf passt.

Oberbillwerder soll eine attraktive soziale Infrastruktur mit Sportplätzen, drei Schulen und bis zu 15 Kindertagesstätten bieten. Schöne öffentliche Plätze, Grünanlagen und Wasserläufe als typisches Bergedorfer Landschaftselement sollen für hohe Lebensqualität sorgen. Westlich von Oberbillwerder soll zum Erhalt von Flora und Fauna ein breiter Naturkorridor erhalten bleiben.

Problematisch ist die Verkehrsanbindung. Zwar gibt es eine gute S-Bahnverbindung, doch die Anbindung des Autoverkehrs ist schwierig. Mögliche Zufahrten belasten entweder die Anwohner der umgebenden Stadtteile oder greifen erheblich in die Natur ein. Die SPD setzt deshalb auf die Alternativen Bahn, Bus und Fahrrad sowie auf autoarmes Wohnen. Oberbillwerder soll ein überzeugendes Verkehrskonzept mit S-Bahnfahrten im Fünf-Minuten-Takt, längeren S-Bahn-Zügen, guten zusätzlichen Busverbindungen sowie autoarmem Wohnen bekommen. Verkehrsberuhigte Zonen und ein gut ausgebautes Fahrradstraßennetz sollen den Radverkehr im Stadtteil deutlich stärken. Mehrere unterschiedliche Straßenanbindungen an das Straßenverkehrsnetz im Norden, Osten, Süden und unter bestimmten Rahmenbedingungen auch im Westen sollen die Belastungen an den Verbindungsstraßen in Grenzen halten.

Ein so wichtiges Vorhaben wie Oberbillwerder braucht eine gute und vernünftige Planung. Wir setzen uns deshalb für eine angemessene Bürgerbeteiligung, offene und transparente Wettbewerbsverfahren und die Einbeziehung der Bergedorfer Bezirksversammlung in alle relevanten Entscheidungsprozesse ein.

Grundsätzlich bekennt sich die SPD Bergedorf klar zu dem neuen Stadtteil: Denn in Hamburg besteht die Gefahr, dass der wachsende Zuzug zu steigenden Mieten führt und Gering- und Normalverdiener aus attraktiven Städten verdrängt werden. Deshalb ist engagierter Wohnungsbau eine der wichtigsten Grundlagen für gleiche Lebensbedingungen und soziale Gerechtigkeit in Hamburg und Bergedorf. Priorität hat der Wohnungsbau in bestehenden Stadtvierteln. Allerdings sind diese Flächen für zusätzlichen Wohnungsbau begrenzt. Um die Mietpreise weiterhin zu stabilisieren, wollen wir deshalb den neuen Stadtteil Oberbillwerder schaffen. Bergedorf hat mehrfach große Stadtprojekte vernünftig und gut geplant, beispielsweise große Teile von Lohbrügge, Bergedorf-West, Neuallermöhe und den Dorfanger Boberg. Nicht alle Planungen waren fehlerfrei, aber aus Fehlern haben wir gelernt. Heute sind diese Stadtteile Heimat von über 50.000 Menschen, die dort gut und gern leben.